SPEAK II
Systematische Pilotierung von Videodolmetschen als Konzept zur Sprachmittlung in der Klinik für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen
Hintergrund
Gelingende Kommunikation ist die Grundlage guter Versorgung am Lebensende, insbesondere um die Bedürfnisse und Probleme schwerkranker und sterbender Menschen zu verstehen. Sprachbarrieren verhindern diese Kommunikation und damit eine gute Versorgung sowie das Recht auf Selbstbestimmung und Gleichbehandlung.
Ergebnisse aus dem vorangegangenen Projekt SPEAK PZG zeigen, dass Videodolmetschen als Form professioneller Sprachmittlung von den Nutzer*innen grundsätzlich positiv bewertet wird. Eine kurzfristige und zentrale Verfügbarkeit qualifizierter Dolmetscher*innen, so das Fazit des Projekts, kann die Organisation von Sprachmittlung erleichtern und eine bessere Integration in den Versorgungsalltag ermöglichen.
Ziele
Ziel des Projekts SPEAK II ist die wissenschaftlich begleitete Implementierung eines Videodolmetschsystems in der Klinik für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen. Dafür sollen:
- Bedarfe, Nutzungsszenarien und organisatorische Anforderungen erhoben,
- der Einsatz des Systems formal und technisch vorbereitet und initiiert,
- Erfahrungen mit der Nutzung des Videodolmetschens wissenschaftlich evaluiert
- und Barrieren und förderliche Faktoren identifiziert werden, um den Einsatz langfristig zu optimieren.
Methoden
Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt mittels qualitativer Forschungsmethoden. Vor der Einführung des Systems werden leitfadengestützte Interviews mit Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen und Settings geführt, um bestehende Bedarfe an Sprachmittlung sowie Erwartungen an das Videodolmetschen zu erfassen. Nach jedem Sprachmittlungseinsatz füllen die beteiligten Versorgenden einen Feedbackbogen aus. Bei den Patient*innen wird anonymisiert die Zufriedenheit mit dem Einsatz erhoben.
Nach einer sechsmonatigen Einführungsphase werden erneut leitfadengestützte Interviews geführt, um Erfahrungen mit der Nutzung des Systems, wahrgenommene Vorteile und Herausforderungen sowie Verbesserungspotentiale zu erfassen. Auch dabei sollen möglichst Mitarbeitende aller Berufsgruppen und Settings einbezogen werden.
Die Interviews werden inhaltsanalytisch ausgewertet, um zentrale Themen zu erkennen und Handlungsempfehlungen für die Implementierung professioneller Sprachmittlung in der Palliativversorgung abzuleiten.
Relevanz der erwarteten Ergebnisse
Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern, inwiefern Videodolmetschen als praktikable und nachhaltige Lösung zur Verbesserung der Kommunikation mit Patient*innen in der Klinik für Palliativmedizin etabliert werden kann. Bei positiver Resonanz und Zufriedenheit bei Patient*innen, Angehörigen und Versorgenden soll das Konzept langfristig gesichert und weiterhin eingesetzt werden.
Förderung
Das Projekt wird vom 01.03.2026 bis zum 28.02.2027 vom Förderverein für das Palliativzentrum und Kinderpalliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen e. V. gefördert.

Kontaktinformationen
- E-Mail-Adresse: lucy.ritter(at)med.uni-goettingen.de

Kontaktinformationen
- Telefon: +49 551 3960557
- Telefax: +49 551 3913060555
- E-Mail-Adresse: maximiliane.jansky(at)med.uni-goettingen.de