GAPALL

Geschlechtsbezogene Aspekte in der Palliativversorgung - prioritäre Forschungsfragen aus Sicht von Betroffenen, An- und Zugehörigen und haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden (GAPALL)

Hintergrund

Sterben, Tod und schwere Erkrankungen betreffen Menschen unabhängig von Geschlecht und Geschlechtsidentität. Dennoch werden die individuellen Erfahrungen von Männern, Frauen und Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten in der Palliativversorgung bislang häufig unzureichend berücksichtigt. Bisherige Studien weisen auf geschlechts- und geschlechterbezogene Unterschiede unter anderem hinsichtlich des Zugangs zur Palliativversorgung, der Kommunikation, der Symptombelastung, der Entscheidungsfindung sowie der Erfahrungen und Belastungen von pflegenden An- und Zugehörigen hin. Auch für Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten, insbesondere LGBTQIA+-Personen, bestehen spezifische Versorgungsbedarfe und Barrieren, die bislang nur begrenzt untersucht sind. Daraus ergibt sich eine relevante Forschungslücke und die Notwendigkeit, geschlechtssensible Aspekte in der zukünftigen palliativmedizinischen Forschung und Versorgung stärker systematisch zu berücksichtigen. Um diese offenen Forschungsfragen zu identifizieren und zu priorisieren führen wir an der Klinik für Palliativmedizin eine sog. „Priority Setting Partnership“ (PSP, deutsch: Forschungspartnerschaft) durch. 

Ziele

Ziel der PSP ist die Identifikation der zehn wichtigsten Forschungsfragen in Bezug auf geschlechtsspezifische Aspekte in der Palliativversorgung aus Sicht von Betroffenen (Patient*innen, An- und Zugehörige, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Hospiz- und Palliativversorgung).

Methoden

Patient*innen, An- und Zugehörige sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Hospiz- und Palliativversorgung begleiten und gestalten innerhalb der Forschungspartnerschaft (PSP) den strukturierten Priorisierungsprozess. Das methodische Vorgehen orientiert sich an den Vorgaben der James Lind Alliance (JLA). Die JLA ist eine gemeinnützige Organisation, die 2004 in Großbritannien gegründet wurde und durch das National Institute for Health and Care Research in Großbritannien finanziert wird (https://www.jla.nihr.ac.uk/).

Relevanz der Ergebnisse

Mittels der Forschungspartnerschaft können die dringlichsten und relevantesten Forschungsfragen in Bezug auf geschlechtsspezifische Aspekte in der Palliativversorgung aus Sicht von Betroffenen identifiziert werden. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen dazu beitragen, den bestehenden Gender Data Gap in der Palliativversorgung zu reduzieren und die Grundlage für zukünftige Forschungsvorhaben zu schaffen, die geschlechts- und geschlechterbezogene Aspekte gezielt adressieren. Darüber hinaus sollen die identifizierten Forschungsprioritäten zu einer stärkeren und systematischeren Berücksichtigung geschlechtersensibler Aspekte in der palliativmedizinischen Forschung beitragen. Durch die öffentliche Sichtbarmachung der Forschungsbedarfe soll zudem das Bewusstsein für die Relevanz geschlechtersensibler Forschung sowohl in der allgemeinen und fachbezogenen Öffentlichkeit als auch bei Forschungsfördernden gestärkt werden.

Das Projekt wird gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Statistik (Prof. Dr. Martin Hellmich, Carlotta Derad) durchgeführt. 

Projektlaufzeit und Förderung

Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), FKZ: 01GN2636

Projektlaufzeit: 01.09.2026-29.02.2028

Kontakt

gapall(at)med.uni-goettingen.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. rer. nat. Charlotte Nettekoven

Kontaktinformationen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Theresa Petzold, B.Sc.

 Theresa Petzold, B.Sc.

Kontaktinformationen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Jannika Born, M.A.

 Jannika Born, M.A.

Kontaktinformationen

Wissenschaftliche Hilfskraft

Maria Wieking, B.Sc.

 Maria Wieking, B.Sc.

Kontaktinformationen

Folgen Sie uns