Forschungsprojekt SCREBEL

Niederschwelliges Screening versus multidimensionales Assessment von Symptomen und psychosozialen Belastungen bei Krebspatienten ab dem Zeitpunkt der Inkurabilität

Unheilbar an Krebs erkrankte Menschen profitieren von einer frühzeitig eingebrachten palliativmedizinischen Versorgung mit Blick auf diverse Aspekte von Lebensqualität, sowie auf die Vermeidung von Fehl- und Übertherapie am Lebensende und der dadurch verbundenen Kosten. Dabei ist unklar, auf welche Weise Symptome und Belastungen erfasst werden sollten, um bestmöglich den Bedarf an palliativmedizinischer Unterstützung zu ermitteln.

Ziel des Projekts und methodisches Vorgehen

Ziel des Projektes ist es, konkrete unterschiedliche Strategien zur Erfassung von Symptomen und psychosozialen Belastungen von Krebspatienten ab dem Zeitpunkt der Inkurabilität zu vergleichen und dadurch einen wesentlichen Beitrag für eine verbesserte, passgenauere, frühzeitige, strukturierte Palliativversorgung leisten zu können. Zudem sollen neue Daten über die Belastungssituation von Patienten in einer bislang kaum erforschten Krankheitsphase gewonnen werden.

Patienten mit allen soliden Tumorentitäten werden zum Zeitpunkt der Diagnose der Inkurabilität über Ambulanzen, onkologische Stationen oder Tumorboards identifiziert. Nach Einschluss erfolgt durch das Studienzentrum (Göttingen) eine Zuteilung in die beiden Interventionsarme (Screening versus Assessment) mit Hilfe einer nach Zentrum und Tumorentität stratifizierten Block-Randomisierung:

Im Screening-Arm wird niederschwellig in drei- bis sechswöchentlichen Abständen auf Symptome und psychosoziale Belastungen mit Hilfe der Fragebögen iPOS und NCCN Distress Thermometer gescreent. Dabei legen im iPOS-Wert 2 Viererwerte oder 3 Dreierwerte und auf dem NCCN Distress Thermometer ein Wert >= 5 einen hohen / komplexen Unterstützungsbedarf nahe.

Im Assessment-Arm erfolgt eine einmalige umfangreiche Erfassung mehrerer Dimensionen von Lebensqualität mittels iPOS, NCCN Distress Thermometer, plus FACT-G und organspezifisch, PHQ-4, SCNS-SF-34-G, und der Einbezug weiterer Unterstützungsstrukturen nach ärztlichem Ermessen.

Primärer Studienendpunkt ist die Lebensqualität nach 6 Monaten in beiden Interventionsarmen, die anhand von den Fragebögen FACT-G, PHQ4, SCNS-34, NCCN Distress Thermometer ermittelt werden soll. Die Unterschiede zwischen den Gruppen werden mit Hilfe von statistischen Analysen auf Signifikanz getestet.

Sekundäre Studienendpunkte sind die Zahl der Krankenhaustage und die Häufigkeit des Einbezugs notfallbezogener, palliativmedizinischer und psychosozialer Versorgungsstrukturen.

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Florian Lordick, Leipzig, Uniklinikum Leipzig
  • Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf, Leipzig, Uniklinikum Leipzig
  • Prof. Dr. Karin Oechsle, Hamburg, UKE
  • Prof. Dr. Birgitt van Oorschot, Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg
  • Michael Thomas, Heidelberg, Thoraxklinik Heidelberg
  • Thomas Asendorf, Göttingen, UMG

Projektförderung und Laufzeit

Screbel ist eine multizentrische, kontrollierte, randomisierte, nichtverblindete, longitudinale, Studie des Forschungsnetzwerks der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin (APM) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss

Projektlaufzeit: 04/2019 - 09/2022

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Stefanie Solar, M.A.

Kontaktinformationen

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