Forschungsprojekt PALLI-KOM

Verbesserung der Palliativversorgung durch frühzeitige Aufklärung von Krebspatienten: Entwicklung und Erprobung eines Kommunikationstrainings für Ärzte

Im klinischen Alltag werden Gespräche über Aspekte des Lebensendes (wie zum Beispiel über das Vorgehen in Krisen und Notfallsituationen bei fortgeschrittener Erkrankung, über Stellvertreterentscheidungen bei Nichteinwilligungsfähigkeit, über zusätzliche Angebote spezialisierter palliativmedizinischer Unterstützung, oder über die Präferenzen bei der Ausgestaltung der Sterbephase) eher spät zwischen Ärzten und Patienten bzw. ihren Angehörigen kommuniziert. Dem stehen Daten aus mittlerweile zahlreichen Studien gegenüber, die weitreichende positive Auswirkungen einer frühzeitigen Kommunikation solcher Themen für den weiteren Erkrankungsverlauf zeigen.Mittels eines Kommunikationstrainings (PALLI-KOM) soll das Bewusstsein für die Relevanz solcher Gespräche, die ärztliche Gesprächsführungskompetenz in Bezug auf palliativmedizinische Themen, als auch das Wissen über Behandlungsperspektiven in der Palliativsituation gestärkt werden.

Ziel des Projekts und methodisches Vorgehen

Ziel der PALLI-KOM-Studie ist es, ein spezifisches, evidenzbasiertes Kommunikationstraining für Ärzte, die onkologisch erkrankte Patienten betreuen, zu entwickeln und dieses auf seine Wirksamkeit und Akzeptanz zu überprüfen.

Es handelt sich um eine multizentrische randomisierte kontrollierte Studie.

Das Forschungsprojekt untergliedert sich in zwei Projektphasen:

  1. In der ersten Projektphase wird das Kommunikationstraining (PALLI-KOM) durch die Expertengruppe der Antragsteller basierend auf Fachliteratur, internationalen Leitlinien und Empfehlungen sowie den Ergebnissen aus vier Fokusgruppen entwickelt und manualisiert. Darauf aufbauend werden die Schulungsleiter, die standardisierten Schauspielpatienten und die zur externen Bewertung der ärztlichen Gesprächsführung eingesetzten Studienmitarbeiter trainiert und geschult.
  2. In der zweiten Projektphase wird das Kommunikationstraining (PALLI-KOM) evaluiert. Dafür werden die an der Studie teilnehmenden Ärzte mittels Randomisierung in eine von zwei Gruppen eingeteilt: Teilnehmer der Prüf- oder Interventionsgruppe erhalten das Kommunikationstraining unmittelbar, Teilnehmer der Wartekontrollgruppe absolvieren dieses nach Abschluss der Datenerhebung. Beide Gruppen führen videoaufgezeichnete Patientengespräche mit standardisierten Schauspielpatienten, anhand derer der Erfolg des Trainings beurteilt wird.

Beteiligte Einrichtungen

PALLI-KOM ist ein Verbundprojekt unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (Studienleitung: Prof. Dr. Karin Oechsle; Studienkoordination: Nele Harnischfeger) und wird in Kooperation mit der Universitätsmedizin Göttingen, der Charité-Universitätsmedizin Berlin und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein - Campus Kiel durchgeführt.

Projektförderung

Förderer: Stiftung Deutsche Krebshilfe e.V.

Projektlaufzeit: März 2019 bis Oktober 2021 (36 Monate)

Kontakt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Nicola Rieder, M.sc.

Kontaktinformationen

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