Forschungsprojekt KOPAL

Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur berufs-übergreifenden Zusammenarbeit bei Patienten mit palliativem Versorgungsbedarf

Die Versorgung von Patienten mit chronisch-progredienten, nicht-onkologischen Erkrankungen (Herzinsuffizienz, COPD, Demenz) und palliativem Versorgungsbedarf wird mit 80-90% primär durch Hausärzte geleistet. Bei einigen Patienten werden SAPV-Teams hinzugezogen, um eine Einschätzung der Situation des Patienten vorzunehmen, mit dem Ziel, die Behandlung von belastenden Symptomen zu lindern. Aktuell ist eine gemeinsam mit SAPV-Teams abgestimmte Versorgung noch nicht Teil der Regelversorgung. In der KOPAL-Studie soll untersucht werden, ob die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, Demenz oder COPD durch eine gezielte fach- und berufsübergreifende Zusammenarbeit mit Teams der spezialisierten Palliativversorgung verbessert werden kann.

Ziel des Projekts und methodisches Vorgehen

Ziel der KOPAL-Studie ist es, ein Konzept zur strukturierten interdisziplinären und berufsübergreifenden Fallbesprechung für die Versorgung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, fortgeschrittener COPD oder Demenz zu entwickeln und zu erproben. Evaluiert werden die Auswirkungen von berufsübergreifender Zusammenarbeit bei Patienten mit palliativem Versorgungsbedarf auf die Anzahl von Krankenhauseinweisungen sowie auf die Symptomlast, Medikation und Lebensqualität der Patienten.

Das Forschungsprojekt untergliedert sich in drei Projektphasen:

  1. In der ersten Projektphase wird das Konzept (KOPAL) mithilfe von klinischer und wissenschaftlicher Expertise sowie von Patienten und Angehörigen entwickelt. Dieses besteht aus einem strukturiertem Vorgespräch mit dem Patienten/ der Patientin auf Basis des KOPAL-Gesprächsleitfadens und einer telefonischen Fallbesprechung zwischen SAPV-Pflegefachkraft, SAPV-Arzt und Hausarzt.
  2. In der zweiten Projektphase wird das Konzept (KOPAL) mittels multizentrischer, cluster-randomisierter kontrollierter Studie erprobt. Es werden ca. 600 Patienten eingeschlossen.
  3. In der dritten Projektphase wird das Konzept (KOPAL) mittels qualitativer Interviews und interpretativer Auswertung evaluiert. Begleitend hierzu erfolgt eine gesundheitsökonomische Analyse.

Beteiligte Einrichtungen

KOPAL ist ein Verbundprojekt unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (Studienleitung: Prof. Dr. Martin Scheerer; Studienkoordination: Dr. Gabriella Marx) und wird in Kooperation mit der Universitätsmedizin Göttingen, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Oldenburg durchgeführt.

Projektförderung und Laufzeit

Förderer: Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur themenspezifischen Förderung von Versorgungsforschung

Projektlaufzeit: 2019 bis 2022

Kontakt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Franziska Schade, M.A.

Kontaktinformationen

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