Neuropalliatives Frühsommersymposium bot vielfältige Impulse für Klinik, Forschung und Ethik



Am 19. Juni 2026 fand das Neuropalliative Frühsommersymposium an der Universitätsmedizin Göttingen statt. Die Veranstaltung wurde als Gemeinschaftsveranstaltung der Klinik für Neurologie und der Klinik für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen in Kooperation mit der klinischen DGN-Kommission für Neurologische Palliativmedizin ausgerichtet. Die Jubiläumsveranstaltung (10 Jahre Neuropalliativsymposium mit wechselnden Ausrichtungsorten) wurde von interessierten Ärzt*innen, Pflegenden sowie Vertretenden weiterer Berufsgruppen aus ganz Deutschland besucht, um sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen rund um Themen der palliativmedizinischen Versorgung zu informieren und auszutauschen.
Bereits in der Begrüßung machten Prof. Dr. Heidrun Golla und Prof. Dr. Christoph Ploner deutlich, dass die neurologische Palliativmedizin angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und damit der Zunahme lebensverkürzender neurologischer Erkrankungen sowie einem sich wandelnden gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit, Tod und Sterben vor vielfältigen Aufgaben steht. Entsprechend breit gefächert war das wissenschaftliche Programm. Vorgestellt wurden unter anderem Erfahrungen aus fünf Jahren stationärer NeuroPalliative Care an der Charité, die ACCESS-Studie zur Versorgung schwerstbetroffener Menschen mit ME/CFS sowie Ansätze zur Prognoseabschätzung neurologischer Erkrankungen auf der Intensivstation und zur Entwicklung palliativmedizinischer Behandlungspfade für neurologische rehabilitativ bzw. intensivmedizinisch behandelte Patient*innen.
Weitere Vorträge widmeten sich der palliativen Versorgung bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung, den besonderen Herausforderungen in der palliativmedizinischen Betreuung von Menschen mit Migrationsgeschichte sowie ethischen Fragestellungen am Lebensende. Themen wie assistierter Suizid und Beatmung bei ALS, End-of-life decisions bei Patient*innen mit anhaltenden Bewusstseinsstörungen und der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit verdeutlichten die große Bandbreite der neuropalliativ-medizinischen Themen, die zu Fragen, intensiven Diskussionen und interdisziplinären Austausch anregten.
Die hohe Beteiligung und das große Interesse der Teilnehmenden unterstrichen die wachsende Bedeutung der neurologischen Palliativmedizin und den Bedarf an einem engen Austausch zwischen Neurologie, Palliativmedizin und den verschiedenen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen.
Das Symposium zeigte eindrucksvoll die Vielfalt der Themen der neurologischen Palliativmedizin und welchen Beitrag interprofessionelle Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Dialog für die Weiterentwicklung einer patient*innenzentrierten Versorgung leisten.